Das Jahr 1996

Das Web wird kunterbunt

Einleitung


Im Jahr 1996 sah das Web noch ganz anders aus. Google gab es noch nicht und so musste man selber das Internet durchsuchen um die gewünschten Informationen aus den ca. 100.000 Webseiten zu finden. Auch sonst gab es nicht viel zu tun. Youtube, Facebook oder andere bekannte Anwendungen zum Zeitvertreib waren nicht vorhanden und so belief sich die Webnutzungen auf Chatten, Mails und aktuelle News lesen. Aufgrund des Zugangs per 28KBps waren lange Warteseiten beim surfen angesagt. Trotzdem zieht es Ende der Neunziger, nicht zuletzt durch ausreichender Freiminutenbeträge auf kostenlos erhältlichen AOL Werbe-CD's, immer mehr User ins Netz.

Dank neuster Webtechnologien war es nun möglich die Internetseiten in ihrer Gestaltung mehr anzupassen. Schriften, Farben, Hintergründe und weiteres ließen sich festlegen und so kam es zu ersten Webdesignansätzen. Da die Erstellung von Webseiten für viele Designer noch Neuland war, waren es aber vor allem die Webprogrammierer, die die Internetseiten erstellten. Außerdem machten es Webhostinganbieter wie Geocities.com oder Angelfire.com möglich, dass sich jeder registrierte Benutzer eine eigene Internetseite erstellen konnte. Dank einfacher Baukästen konnte so jeder seine Webseite selber gestalten. Dies führte zu ganz eigenen abgefahrenen und kunterbunten Webdesigns.

Merkmale der Webseiten


Animierte GIF's


Animierte GIF's waren der multimediale Höhepunkt des Web im Jahr 1996. Zwar konnte der Internet Explorer 3.0 auch Java Applets ausführen, der Netscape Navigator konnte dies aber nicht, so dass kein Entwickler sich besonders wohl dabei gefühlt hat besonders komplizierte Techniken auszuprobieren. Die animierten GIF(Graphics Interchange Format) Grafiken sorgten so also für ungewohnte Bewegungen auf den Internetseiten.

Der Vielfältigkeit war dabei keine Grenzen gesetzt. Es gab animierte Cartoons, sich bewegende grafische Formen und sogar ganze Filmsequenzen.

Schrille Farben


Mitte der 90er war das Web für viele Designer noch Neuland. Webseiten wirkten in erste Linie Mitte der 90er war das Web für viele Designer noch Neuland. Webseiten wirkten in erste Linie begeisternd auf viele Besucher. Durch die Verwendung von schrillen Farben sollte der Webseitenbesuch für den User zum Erlebnis werden. Lesbarkeit wurde dem visuellen Erlebnis untergeordnet.

Gleichzeitig waren in den 90ern aber auch viele Programmierer für die Gestaltung von Webseiten zuständig. Dadurch, sowie durch die Möglichkeit für jeden sich mit Hostingseiten wie "angelfire.com" eine eigene Homepage zu machen, wurde viele Designentscheidungen im Web nicht immer von qualifizierten Designern getroffen. Einzigartigkeit und der gewisse „Pop“-Faktor standen im Vordergrund des Webdesign.

gekachelte Hintergründe


Die gekachelten Hintergründe im Webdesign der Mitneunziger sind wohl auch auf die langsamen Verbindungsgeschwindigkeiten zum Internet zurückzuführen. Großflächige Bilder konnten nicht verwendet werden, da deren Dateigröße zu groß wäre und sich das Laden der Webseite so stark verlängert hätte. Stattdessen nutze man kleine Bilder. Diese wurden vom Browser gekachelt um den ganzen Hintergrund der Webseite auszufüllen.

Auch hier stand der Personalisierungsfaktor im Vordergrund. Bilder von Haustieren und Urlaubsfotos wurden genauso verwendet, wie nahtlos anknüpfende Ornamenttexturen. Hauptsache auffallen war die Devise!

Times New Roman - Schrift


Die "Times New Roman" war die erste Systemschrift die sowohl auf Microsofts Windows, sowie Apples OS X Betriebssystem verfügbar war. Dadurch wurde sie zur ersten websicheren Schrift. Die Designer konnten bei der Verwendung der Schrift davon ausgehen, dass sie auf den Systemen der Benutzer installiert war.