Das Jahr 2000

Das Web wird professionell

Einleitung


Zum Jahrtausendwechsel entwickelte sich das Webdesign stark weiter. Durch den Dotcom-Boom und den Erfolg verschiedenster Webprojekte wie z.B. Napster angetrieben, versuchten sich immer mehr Designer an der Gestaltung von Internetseiten. In der Webseitenerstellung gewinnt die CSS-Prgrammierung immer mehr an Bedeutung. CSS (kurz für Cascading Style Sheets) ist eine Programmiersprache die ergänzend zu HTML für die Webseitenentwicklung verwendet wird. Sie dient hierbei vor allem zur Gestaltung und Positionierung von Elementen. Designern war es so möglich eine klare Trennung von strukturellen Elemente und deren Gestaltung vorzunehmen.

Dies hat auch deutliche Auswirkungen auf das Webdesign. Es wenden sich viele Designer von der kunterbunten Gestaltung der 90er Jahre ab und versuchen ehr durch schlichte und gut strukturierte Layout zu überzeugen. Vor allem aber werden typografische Regeln gezielter eingesetzt, Abstände werden größer und durch mehr Weißraum wird versucht bestimmte Bereiche der Internetseiten besser wirken zu lassen.

Merkmale der Webseiten


Abgeflachte Kanten / Relief


Abgeflachte Kanten sind ein Webdesigntrend aus lang vergessenen Tagen. Groß war die Versuchung bei den Designer alle Elemente mit dem stylischen Emboss-Effekt auszustatten. Man musste nur Photoshop starten und schon lächelte einen der damals beliebte Effekt an. Durch die abgeflachten Kanten erhielten die Elemente tiefe. Sie stechen von den Flachen Elemente wie z.B. den Texten heraus und ziehen so die Betrachtung auf sich.

Abgerundete Ecken


Abgerundete Ecken sind feste Designelemente im Webdesign. Sie wirken durch ihre runden Ecken nicht nur freundlich und einladend, sondern dienen vor allem dazu, die sonst quadratische Anmutung des Webdesign aufzubrechen. Normalerweise werden alle Elemente auf Internetseiten als Blöcke angezeigt. Mit den abgerundeten Ecken bricht der Designer dieses Layout und lässt die Seite spannend und besonders erscheinen.

Im Jahr 2000 stellten abgerundete Ecken allerdings noch eine große technische Hürde für Webentwickler dar. Eine CSS-basierende Unterstützung gab es nicht, so das die Ecken mit vier Bildern an die blockhaften Elemente angefügt werden müsste oder sie wurden direkt als ein Bild in den Hintergrund des Elemente hinzugefügt.

Weiche Bildkanten


Im Jahr 2000 benutzen viele Webdesigner für ihre Bilder weiche Bildkanten. Dadurch sollten sich # die Bilder besser in den Hintergrund einfügen. Durch den weichen Übergang sollte das blockartige Layout der Seite gebrochen werden und die Bilder sollten natürlicher in die Gestaltung Seite einfließen.

Gleichzeitig gab es aber auch noch eine Möglichkeit Transparenzen so weich darzustellen wie heutzutage. Transparanzfähige GIF-Grafiken hatten aufgrund ihrer Limitierung auf 256 Farben meist rauhe Ecken wodurch kein weicher Verlauf möglich war. Die weiche Bildkante diente hier als Transparenzersatz.

Geringe Abstände


Die geringen Abstände zwischen den Elementen auf den Internetseiten lassen sich wahrscheinlich noch auf die Neuheit des Webs zurückführen. Die Bedienweise des Scrollens war für viele User noch neu, so dass die meisten Webdesigner versuchten so viele Elemente wie möglich in die obere Hälfte der Internetseite zu plazieren. Es wurde damit das aus dem Printdesign bekannte Prinzip der "Falz" übernommen.

Arial Schrift


Die "Arial"-Schrift hatte sich mittlerweile zur Standardschrift in der Webseitengestaltung entwickelt. Mit dem Erscheinen von Apples Betriebsystem OSX im Jahr 2000 war die Arial auch auf Macintosh Geräten verfügbar und machte sie somit für Webdesigner zur sicher einsetzbaren Schrift.

Viele Designer nutzen daher die Möglichkeit sich von bisher stark verbreiteten „Times New Roman“ loszusagen und nutzen vielmehr die serifenlose Schrift in ihren Gestaltungen.