Das Jahr 2003

Das Web wird futuristisch

Einleitung


Zum Jahr 2003 entwickelt sich das World Wide Web immer mehr zu einer multimedialen Plattform von den Usern für die User. Mittlerweile wird das Netz nicht mehr nur zum einfachen Informationskonsum genutzt, sondern auch zum Informationsaustausch und zur Selbstdarstellung. So erlangen auch die ersten sozialen Netzwerke wie „Friendster“ und „MySpace“ immer größeren Zuwachs. Das Web wird von den Nutzern immer mehr als ernstzunehmendes Medium angenommen und man versucht dabei zu sein. Auch andere Mitmach-Plattformen wie Blogs oder Wiki‘s entwickeln sich in dieser Zeit.

Für Webdesigner und -entwickler hat sich mittlerweile Macromedia Flash (heute: Adobe Flash) immer mehr als Werkzeug erster Wahl entwickelt. Durch die Einführung der Programmiersprache Action Script im Jahr 2002, waren auf relativ einfach Weise möglich interaktive Webseiten zu stellen. Flash bot dabei die Möglichkeit umfangreiche und visuell komplexe Interfaces zu erstellen. Durch die Verfügbarkeit des Flash-Plugins für fast alle erhältlichen Browser war es den Webentwicklern möglich gleichaussehende Webseiten für die unterschiedlichsten Browser zu erstellen.

Im Webdesign sorgen diese neuen Technologien für futuristische Layouts. Von Raumschiff-Displays und zukunftsweisenden Interfaces inspiriert entstehen ganz Designs. Die technische Natur des Internets wird in den z.T. kalten und modernen Gestaltungen widergespiegelt.

Merkmale der Webseiten


Linien


Linien waren 2003 überall im Web - egal ob gestrichelt, gepunktet oder durchgezogen. Sie wurden vor allem zur visuellen Abgrenzung von Elementen auf den Webseiten genutzt, dienten aber zum Teil auch nur als Dekoration. Die vermitteln einen sehr technisch wirkenden Charakter. Die Internetseiten wirken dadurch fast wie industrielle Zeichnungen.

High-Tech / Sci-Fi


Die Webseiten im High-Tech-Look scheinen wie aus Cockpitsdisplays fiktiver Raumschiffe entsprungen zu sein. Mit Chrome veredelte Flächen, metallisch graue, sich überlagernde Flächen und Quadrat-Raster lassen die Gestaltung sehr futuristisch erscheinen.

Durch die Verwendung von Flash war es eben Webdesignern nun möglich solche komplexen Layouts zu entwerfen und vor allem auch zu animieren. Die Webseiten blinken, Texte kamen reingeflogen und Menüs klappten sich aus. Als Besucher fühlte man sich wie an Board der USS Enterprise.

Angeschrägte Ecken


Die angeschrägten Ecken habe eine ähnliche Wirkung wie die abgerundeten Ecken. Sie brechen das sonst sehr richtige und blockige Gestaltungsraster der Webseiten auf und verleihen ihnen Spannung. Im Gegensatz zu den abgerundeten Ecken wirken die angeschrägten allerdings ehr kühl und technisch.

Sie fügen sich damit allerdings perfekt in die Gestaltungstrends des Jahres 2003 ein und komplettieren die futuristisch, konstruierte Wirkung der Internetseiten.

Eingefärbte Bilder


Eingefärbte Bilder sind ein typisches Markmal der Internetseiten Anfang der 2000er. Durch ihre Farbgebung konnte man die Bilder auf das Gestaltungs- und Farbkonzept der Webseite abstimmen und sie fügten sich harmonisch in das Layout ein. Die Verfremdung der Bilder auf diese Weise wirkt konstruiert und unnatürlich. Dadurch wird aber die technische Wirkung vieler Webseiten unterstrichen.

Zurückzuführen ist diese Maßnahme der Verfremdung der Bilder aber sich auch auf den Umstand, dass man dadurch versuchte die durch starke Komprimierung verloren gegangenen Bildqualität zu kaschieren. Durch die Einfärbung mussten weniger Farbinformationen in den Dateien gespeichert werden, wodurch diese kleine wurden. Im Gegenzug zur Einfärbung konnte also die eigentlich Bildqualität verbessert werden.

Pixelschriften


Pixelschriften waren 2003 weit verbreitet. Diese Pixelschriften sind dabei in der Regel für eine ganz bestimmte Schriftgröße hergestellt und für diese pixelgenau angepasst. Sie bestehen lediglich auf vollgefüllten Pixeln. Auf die sonst übliche Kantenglättung wird verzichtet. Dadurch lassen sich die Schriften auch in sehr kleinen Größen noch gut lesen.

Ach ihre Verwendung hängt wahrscheinlich mit der Benutzung von Macromedia Flash zusammen. Viele auf Flash-basierende Seiten, waren um Dateigrößen klein zu halten und Ladezeiten kurz, nur sehr klein in ihren Maßen angelegt. Eine typische Flashseite ging 2003 kaum über 640 Pixel in der Breite. Gleichzeitig waren bei den Usern aber schon größere Bilschaumauflösungen verbreitet, so dass diese Seiten auf den Displays sehr klein erschienen. Durch die Verwendung der Pixelschriften gewährleisteten die Webdesigner die Lesbarkeit ihrer Texte.