Das Jahr 2009

Das Web wird künstlerisch

Einleitung


Im Jahr 2009 beginnt die Entwicklung hin zum Echtheit-Web. Soziale Netzwerke sind mittlerweile so beliebt, dass sie für den Großteil der Internetnutzer überhaupt der Grund sind das Web zu benutzen. Damit lösen sie nach über einem Jahrzehnt den Pornografie-Konsum als vorherigen Hauptgrund ab. Die sozialen Netzwerke führen zusammen mit den ebenso durch die Web 2.0-Welle etablierten Plattformen wie Blogs und Wikis dazu, dass das Internet mit außerordentlichen Massen an Informationen gefüttert wird. Durch diese Flut an neuen Informationen entsteht immer mehr der Drang zur Weitergabe der Daten in Echtzeit. Plattformen wie Twitter und Facebook legen bei diese Entwicklung vor. Sobald ein Nutzer neue Informationen und Einträge veröffentlicht erhalten seine Freunde umgehend eine Benachrichtigung. Der Informationsaustausch wird dadurch enorm beschleunigt. Nachrichten der User verbreiten sich schneller als sie von redaktionell geführten New-Seiten aufgenommen und veröffentlicht werden können.

Im Webdesign sagen sich viele Designer der sauberen und hochglänzenden Gestaltung der Vorjahre los und versuchen sich inspiriert durch analoge Medien individueller auszudrücken. Grobe Strukturen, die sporadische Anordnung natureller Elemente und wilde Handzeichnungen lassen viele Webseiten eher wie unaufgeräumte Fotokopien der Webdesigner-Schreibtische erscheinen. Möglich machte die Nutzung dieses sehr bildlastigen Designstils vor allem die Voranschreitende Entwicklung der Internetverbindungen. Durch schnelle Breitbandleitungen können auch größere Dateien für die Gestaltung verwendet werden ohne zu langen Wartezeiten beim Webseitenaufruf zu führen.

Merkmale der Webseiten


Texturen


Seit Ende der 2000er sind Texturen fester Bestandteil des Webdesign. Sie sind sehr vielfältig, können subtil eingesetzt werden, aber auch als Fokuspunkt im Design gesetzt werden. Eine gut eingesetzte Textur lässt sich perfekt mit anderen Designelementen wie der Typografie und der Farbgebung verbinden. Je nach Einsatz der Textur können dabei verschiedene Wirkungen erzeugt werden. Bei starken Einsatz können die Webseiten grungy und schmutzig wirken, oder bei leichten Einsatz auch bestimmte Designelemente komplimentieren und eine harmonische Wirkung erzielen.

Collagen


Collagen im Webdesign sind ein Spaß beim Betrachten. Sie schaffen eine aus der analogen Welt bekannte Atmosphäre. Als Betrachter fühlt man sich nicht wie auf einer hochtechnischen durch unzählige Codezeile programmierte Webseite sondern ist vielmehr an den heimischen Schreibtisch erinnert. Gleichzeit brechen die wilden Collagen mit den sonst bekannten strikten Gestaltungsprinzipien des Internets. Keine rechteckigen Blöcke mehr mit sorgfältig angeordneten Texten. Stattdessen natürlich angeordnete Papierschnipsel mit wilden Handschrift- Kritzeleien.

Preisschilder / Papierflugzeuge


Papierflugzeuge sind Spielereien im Alltag. Diesen Umstand nutzen die Designer in der Verwendung von Papierflugzeugen auf Webseiten um ihrem Design eine spielerische Wirkung zu verleihen. Im Tenor des Jahres 2009, das das Web persönlicher und vertrauter wird, lockern sie das vorher strenge und technisch-wirkende Design.

Preisschilder sind ein weiteres ausgefallenes Designelement. Vor allem durch seine angeschrägte Form verleiht es dem Layout Spannung. Aber auch die Assoziation mit den echten Schilder in Kleidung oder an Verkaufswaren lassen die Preisschilder auf Webseiten hervorstechen, da sie sich in einer Umgebung befinden, aus der wir sie sonst nicht kennen.

Papierflugzeuge und Preischilder unterstützen das wilde, collagenartige Webdesign im Jahr 2009. Durch ihren Ursprung in der analogen Welt sorgen sie für Wiedererkennung und Vertrautheit beim Besuch einer Internetseite.

Wasserfarben


Wasserfarben sind ein alteingesessen Gestaltungselement. Künstler nutzen Wasserfarben seit mehreren hunderten von Jahren und auch Webdesign nehmen sich immer mehr diesen Stil an. Aus gutem Grund, denn Wasserfarben können auf einfache Weise tiefe, leichte Texturen und spannende Farbkombinationen erzeugen. Webseiten wirken durch den Einsatz von Wasserfarben besonders authentisch und natürlich.

Georgia - Schrift


Georgia ist eine Schrift, die 1996 von Matthew Carter für Microsoft entworfen wurde. Zum Jahr 2009 erlebt sie ein regelrechtes Revival im Webdesign. Waren Serifenschriften aufgrund ihrer eher schlechten Lesbarkeit auf Bildschirmen bisher nicht oft verwendet, ändert sich dies zum Ende der 2000er. Die Bildschirmtechnologien werden immer besser und die Auflösungen immer größer. Die Georgia gilt mit ihrer eleganten serifenbetonten Form als stilvolle Alternative zu der ebenso beliebten serifenlosen Schrift "Verdana".