Das Jahr 2012

Das mobile Web

Einleitung


Das große Schlagwort im Internet 2012 ist „mobile“. Der mobile Internetmarkt boomt. Webfähige Geräte wie Smartphones oder Tablets verkaufen sich wie geschnitten Brot. Fast jedes vorgestellte High-End-Smartphone bricht neue Verkaufrekorde. Durch attraktive Tarifmodelle kann mittlerweile jeder günstig an eine mobile Internetverbindung kommen. Auf diesen Trend reagieren auch die Webentwickler. Es werden native Apps für die unterschiedlichen mobilen Betriebsysteme in den jeweiligen Stores angeboten. Hinzukommend werden auch immer mehr Internetseiten auf die verschiedenen Bildschirmgrößen angepasst. „Responsive Web Design“ ist hier das Schlagwort. Durch unterschiedliche Techniken wird die Displaygröße des Benutzers erkannt und die Internetseite entsprechend angepasst.

Des weiteren entwickelt sich das Internet zum „Social Web“. Soziale Netzwerke ziehen Massen an Benutzern an. So verzeichnet Facebook im Mai 2003 bereits über 900 Millionen registrierte Mitglieder. Doch viele Internetuser sind nicht mehr nur bei einem sozialen Netzwerk angemeldet. Mit Facebook, Google+, Twitter, Instagram, LinkedIn, Pinterest und vielen mehr stehen dem Benutzer heute eine Vielzahl Content- Sharing-Plattformen zur Verfügung. Gutes Account-Managment ist hier von vielen gefragt.Durch die extreme Masse an Informationen im Netz steht der Inhalt an sich aber auch immer mehr im Vordergrund. Durch das Überangebot selektiert der Nutzer viel stärker und beschränkt sich in seinem Konsum auf gute Inhalte.

Für Webdesigner hat dies zur Folge, dass sie das Design zur Gunsten des Inhalts einsetzen. Minimalische Gestaltungen, klarer Aufbau und gute Lesbarkeit- und Benutzung stehen im Mittelpunkt des aktuellen Webdesign.

Merkmale der Webseiten


Schleifen / Nähte / Letterpress


Schleifen, Nähte und Schriften im Letterpress-Look sind Teile des Trends zum skeuomorpischen Design. Dabei sollen Design-
elemente ihren Vorlagen aus der echten Welt entsprechen.

Dieses Gestaltungsprinzipien wurden vor allem durch Apple für den Mainstream fit gemacht, da diese ihre Anwendungen wie digitale Kopien analoger Produkte aussehe lassen. Die Notiz-App sieht z.b. aus wie ein Block „Post-It-Zettel. Gerade durch den Boom der mobilen Apps hat sich dieser Designtrend auch ins Webdesign übertragen. Elemente wie Schleifen, Nähte und Schriften die wie mit dem Hochdruck-Verfahren gedruckt aussehen, sollen Natürlichkeit, Vertrautheit und Menschlichkeit symbolisieren.

Kreise


Obwohl Kreise als geometrischen Grundform wahrscheinlich eins der ältesten Gestaltungselemente überhaupt ist, sind die im Webdesign noch relativ. Technische Restriktionen führten dazu, dass sie zuvor meist nur für Bilder genutzt wurden. Interaktive Webelemente wie Navigationen, Texte und Buttons waren bisher allerdings eher rechteckig.

Dank neuer CSS3 Regeln ist es Webdesignern mittlerweile möglich auch kreisförmige Objekte zu erzeugen. So hat sich die Nutzung kreisförmiger Designelemente in den letzten Jahren verstärkt. Kreise wirken freundlich und ungewöhnlich. Sie geben der Internetseite das gewisse Etwas.

Icons


Icons sind starke visuelle Helfer. Ihre Aufgabe ist es viele Informationen auf einfachste Weise zu transportieren. Gerade im Web, wo viele User ungeduldig sind und leicht abgelenkt werden, dienen die Icons dazu dem User schnell eine Funktion klar zu machen. Bilder sagen zum Teil mehr als tausend Worte und so können die kleinen Bildchen sprachenungebunden Informationen darstellen.

Ihre vermehrtes Aufkommen im Webdesign ist wahrscheinlich auf die Einführung der "@font- face" CSS-Regel zurückzuführen, wodurch es möglich ist beliebige Schriften in Webseiten einzubauen. Viele Designer nutzen dies um sogenannte Icon-Fonts zu entwerfen. Diese nur aus Icons bestehenden Schriften haben den Vorteil, dass sie vektorbasierend sind und somit in jeder Auflösung und Größe gestochen scharf dargestellt werden.

diagonale Linien


Diagonale Linien im Design dienen vor allem der Erzeugung von Spannung. Sie brechen das starre rechtwinklige Raster das für‘s Layouten der meisten Webseiten genutzt wird. Zusätzlich können sie das Auge aber auch auf bestimmte Elemente locken und so diese besser herausstellen.

Gerade gegen 2012, wo der Trend zu klaren typografischen Rastern geht, sorgen die diagonalen für den gewissen „Pep“ im Webdesign.

Condensed - Schriftschnitte


Mit der Aufnahme der „@font-face“ Regel in CSS3 und der Unterstützung der Browser dieser Regel, erlebte das Web eine wahre typografische Explosion. Endlich konnten Webdesigner beliebige Schriften verwenden und waren nichtmehr auf die begrenzten Systemschriften angewiesen.

Schriften im "Condensed"-Schriftschnitt, also in sehr gedrungener Form, stellten sich als Trend dieser typografische Entwicklung heraus. Da die Buchstaben sehr nah aneinander stehen ist es möglich, besonders viel Text auf kleinen Raum unterzubringen. Webdesigner nutzen die Schriften vor allem für Header- und Einleitungstexte um so einen kurzen Einleitungstext besonders groß darstellen zu können.